|
Wasser argaiv1561 Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation enthält Wasser potentiell dreizehn Tausend giftige Bestandteile, und 80% aller Erkrankungen werden über das Wasser übertragen. Dadurch sterben pro Jahr mehr als 25 Mio. Menschen. Die Hauptquellen der Wasserverschmutzung sind durch die Zivilisation bedingt. Oberirdische Gewässer sind hauptsächlich durch Erdölprodukte, Phenole, leicht oxidierbare organische Stoffe, Metallverbindungen, Ammonium- und Nitritstickstoff verschmutzt sowie durch spezifische Schadstoffe wie Lingin, Formaldehyde und andere, die durch landwirtschaftliche und kommunale Abwässer eingetragen werden. Abhängig von der Partikelgrösse lassen sich alle Verunreinigungssubstanzen in drei Arten einteilen. Zur ersten Gruppe gehören die volllöslichen Substanzen, die im Wasser in Form getrennter Moleküle und Ione kleiner als Atome existieren. Äußerlich ist solch ein Wasser kaum von Reinwasser ohne Verunreinigungssubstanzen zu unterscheiden. Der Gehalt an diesen Substanzen lässt sich ausschließlich mittels chemischer Analyse nachweisen. Im Wasser kommen viele Gase, Natrium-, Kalium-, Kalzium-, Eisen- , Mangansalze usw. vor. Mit den Industrieabfällen geraten Schwermetallsalze (wie Blei-, Quecksilber-, Chromsalze u. ä.) und verschiedene organische Stoffe hinein. Abtau- und Regenwässer bringen von den Feldern verschiedenste Herbizide, Pestizide und Mineraldüngerreste mit. Es gelingt nicht, diese Substanzen mit Hilfe der angewandten Aufbereitungssysteme aus dem Wasser zu entfernen. Zur zweiten Gruppe gehören die Fremdstoffe, die in Verbindung mit dem Wasser sogenannte Kolloidsysteme bilden. Die Partikel dieser Fremdstoffe bestehen aus Konglomeraten von Molekülen. Beispielsweise ergibt Seife im Wasser Partikel, die aus ungefähr 50 Mio. Molekülen bestehen. Diese Konglomerate sind aber so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Diese Stoffe mineralischen oder organischen Ursprungs können auch in diesem Zustand im Wasser verbleiben. Die dritte Gruppe der Fremdsubstanzen im Wasser kann mit diesem Schwebstoffe bilden. Das sind z.B. Sand- und Lehmteilchen, Ausscheidungsprodukte von Lebewesen oder Bakterien. Beim Stehenlassen sedimentieren sie am Gefäß. Durch die Wasseraufbereitung in den Behandlungsanlagen gelingt es hauptsächlich, Fremdkörper der zweiten und dritten Gruppe zu entfernen. Was Schwermetalle, chemische Substanzen, Phenole, Erdölprodukte, Darmbakterien und andere verbreitete verschmutzende Substanzen angeht, können hier die Wasseraufbereitungsanlagen wenig helfen.
In den meisten industriell entwickelten Gebieten des Landes beträgt der Abwassereinlass mehr als 100 Kubikmeter jährlich pro Kopf der Bevölkerung. In den wichtigsten industriellen Zentren lag dieser Wert bei über 200 Kubikmetern pro Mensch und Jahr. Ohne diese und andere statistische Angaben zu kennen, kann eigentlich jeder von uns mit bloßem Auge die Qualität des Trinkwassers feststellen. Dafür genügt es, die Badewanne mit Wasser zu füllen und zu beobachten, welche Farbe es hat- in den meisten Fällen ist es gelblich.
|